Sowohl im Kinderzimmer, als auch im Theater und im Kindergarten erfreuen sich Handpuppen größter Beliebtheit bei Kindern (und auch Erwachsenen) jeden Alters.
Geschichte der Handpuppen
Man hält es nicht für möglich, doch Handpuppen gab es bereits in der Antike, denn sowohl Platon als auch Aristoteles schreiben über Figuren, die an Fäden hängen, in ihren Werken. Zwar dienten sie damals weniger der Unterhaltung als der Verbreitung religiöser Handlungen, doch ihre Erfindung nahm hier ihren Ursprung.
Zunächst war das Handpuppenspiel eher eine Belustigung für das niedrige Volk, aber ab dem 16. Jahrhundert war es von Jahrmärkten nicht mehr wegzudenken. Ähnlich wie bei Märchen waren die Geschichten für Erwachsene geschrieben und erst im 19. Jahrhundert erfand man Geschichten und Theateraufführungen für Kinder.
Historiker gehen allerdings davon aus, dass Kinder schon viel früher die Handpuppen (zum Beispiel in Sockenform als einfachste Variante) als Spielzeug für sich entdeckten und damit Rollenspiele erprobten.
Kinder brauchen Spielzeug
Dieser Ansatz scheint im 20. Jahrhundert von vielen Eltern falsch verstanden zu werden: zwar brauchen Kinder Spielzeug um ihre Welt erfahren und begreifen zu können, doch wird dies oft mit Überhäufung verwechselt. Oder es werden aus Bequemlichkeit viel zu viele Spielmaterialien angeschafft, denn man “High-Tech” Geräte bespielen das Kind von ganz alleine – weder Eltern noch Kinder müssen kreativ werden.
Dabei besitzen Kinder noch so viel Phantasie und können aus den einfachsten Gegenständen und Materialien tolle Spiele erfinden, die oft mehr Sinne ansprechen als Plastikspielzeug. Wie es so schön heißt: Im Wald finden Kinder alles, was sie zum Entdecken und Spielen brauchen.
Dennoch bewähren sich am Spielzeugmarkt vor allem “pädagogisch wertvolle” Materialien, die die Phantasie, Kreativität und Sinne anregen – dazu zählen Naturmaterialien, Holzspizelzeuge, Materialien für Rollenspiele jeder Art. Dazu zählen dann auch Handpuppen, die es Kindern ermöglichen, in fremde Rollen zu schlüpfen und sich selber auszuprobieren.
Auch für die Sprachentwicklung sind Handpuppen sehr entscheidend, denn Kinder werden im gemeinsamen Spiel zum Reden aufgefordert und lernen spielerisch einen sehr differenzierten Wortschatz und können sich so gut ausdrücken.
Handpuppen in der Therapie
Nicht nur für die Entwicklung von Kindern sind Handpuppen wichtig, sondern auch Therapeuten und Psychologen setzen auf die Kunst des Handpuppenspiels, denn oft vertrauen Kinder einer Sockenpuppe mehr als einem Erwachsenen und öffnen sich bzw. können mit Hilfe einer Handpuppe betsimmte Erlebnisse besser verarbeiten. So bekommen Handpuppen und Stofftiere auch einen therapeutischen Zweck, der schon im alltäglichen Leben beobachtet werden kann. Denn welches Kind hat nicht gerne ein Kuscheltier im Bett wenn es schlafen geht?
Zwar sind Handpuppen auch im Handel erhältlich, sei es als Kasperl, Hexe, Zauberer, Eichhörnchen etc., doch eine eigene Handpuppe herzustellen ist viel leichter und auch viel persönlicher. Etliche Anleitungen dazu findet man im Internet und ebenso Anregungen für eigene kleine Theaterstücke, wenn man nicht selber kreativ werden möchte. Und wer ein bisschen sparen möchte: bei Kleinanzeigen findet man immer wieder wunderschöne Raritäten!
Lassen Sie sich verzaubern und tauchen Sie ein in die wunderbare Welt der Handpuppen!




